Kunst am Bau auf den Reininghaus Gründen

Ortsspezifische Kunst – Was war, was ist noch sichtbar und was wird erst jetzt sichtbar? Fragen, mit denen sich vier „Kunst am Bau“-Projekte in Reininghaus beschäftigen: „gesture“ (Bernhard Wolf), „Gina liebt!“ (Nicole Pruckermayr), „Humiversum“ (Nives Widauer), „Zum goldenen Ast“ (Alfredo Barsuglia). Zwischen Wetzelsdorf, Gries und Eggenberg gelegen entsteht auf 54 Hektar ein neues urbanes Zentrum für rund 10.000 Menschen. „Damit aus einer Ansammlung von Häusern ein lebendiger Stadtteil wird, braucht es weit mehr als Glas, Holz und Beton. Wesentliche Zutaten dafür sind Freiraum und Kultur.“ – so Birgit Leinich. Sie arbeitet seit über 20 Jahren im Spannungsfeld Stadtplanung, Kunst und Kultur und wird mit den Künstler/innen Nicole Pruckermayr und Bernhard Wolf die Führungen leiten.

ERÖFFNUNG DES HERRENHAUSES MIT MONIQUE FESSL (AB 18.00 UHR)

Eröffnung des Herrenhauses und des „Kunst am Bau“-Projektes „gesture“ in Anwesenheit des Künstlers Bernhard Wolf.
Von 18.00 bis 23.00 Uhr wird Monique Fessl an den Turntables für den richtigen Sound sorgen.

KUNST AM BAU-FÜHRUNGEN DURCH REININGHAUS (UM 18.30 UHR, UM 20.00 UHR, UM 22.00 UHR UND UM 00.00 UHR)

Führungen zu vier „Kunst am Bau“-Projekten auf den Reininghaus Gründen mit den Künstler/innen Nicole Pruckermayr und Bernhard Wolf. Begleitet werden sie von Birgit Leinich, Kuratorin der Werke „Zum goldenen Ast“ (Alfredo Barsuglia) und „Humiversum“ (Nives Widauer).

Ausgangspunkt der Führungen ist „gesture“ von Bernhard Wolf. Es lässt eine gezeichnete Linienform als abstrakte Akzentuierung der Fassade um das Herrenhaus gleiten. Eine gestische Künstlerhandschrift, die in Dialog mit neuer und alter Architektur tritt, als matt-goldene Textur alle vier Seiten des Hauses verbindet – mal dichter, mal lockerer, mal geschwungen, mal als gerader Strich.
Die zweite Station der Führung ist an der Tennenmälzerei. Hier verknüpft Nicole Pruckermayr die Geschichte der Menschen vor Ort in ihrer mehrdimensionalen Tätowierung „Gina liebt!“. Mit 40.000 geknüpften Knoten spannt ihre weithin sichtbare Arbeit einen Bogen von der Liebesgeschichte Gina Agujari (1879–1961, Geschiedene von Reininghaus) zu den Liebesgeschichten der Bewohner/innen.
Station drei ist der Reininghaus Park. Rund um die 3 ha große Grünfläche hat die Künstlerin Nives Widauer ihr „Humiversum“ realisiert. Es sind Wegweiser mit Leuchtkraft, die in eine optimistische Zukunft weisen und zugleich eine Brücke zur Vergangenheit schlagen. Für acht Hauseingänge kreierte sie im Quartier 5 ein künstlerisch gestaltetes Leitsystem in Farbe.
Die vierte Station der Führung führt zur Reininghausstraße 10. Ein goldener Ast, sieben Meter lang, krumm wie eben von der Natur geformt, ragt er auf dem Dach von Reininghaus 10 gegen den Himmel. Ein Urban-Gardening-Projekt? Nein, eine Auseinandersetzung des Grazer Künstlers Alfredo Barsuglia mit den historischen Reininghaus Gründen und was darauf neu entsteht.