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Wien 

Museum Ortner

Als Klaus und Friederike Ortner 1974 ihr erstes Bild kauften, konnte niemand ahnen, dass das fast ein halbes Jahrhundert später zur Gründung eines ausgewachsenen Museums führen sollte. Und doch ist es so gekommen. Das unweit der Rodauner Kirche und des Hofmannsthal-Schlössls im 23. Wiener Gemeindebezirk errichtete Museum beheimatet heute eine der umfassendsten Privatsammlungen österreichischer Kunst der letzten zwei Jahrhunderte.

Besonderes Augenmerk findet im Museum Ortner die Beschäftigung mit der Wirklichkeit, den gesellschaftspolitischen Wirklichkeitsvorstellungen und deren Auswirkungen auf die bildende Kunst. Es sind nicht nur die Naturwissenschaften, die das Selbst der heutigen, aufgeklärten Gesellschaften geprägt haben, sondern ganz besonders auch die Kunst, vor allem die Kunst des zentraleuropäischen Donauraums. Es sind die Errungenschaften und Leistungen Wiens um 1900, weltweit geschätzt und anerkannt, die sich in einer vielfältigen, durch Qualität bestimmten Kunstsammlung widerspiegeln, die vom heimischen Biedermeier über den Historismus, den Wiener Jugendstil und die Kunst der Zwischenkriegszeit bis hin zur Moderne und zu ganz aktuellen Positionen führt – ein epochenübergreifendes Konzept, das die österreichische Kulturlandschaft umfassend und abwechslungsreich abzubilden versucht.

Die in vierzig Jahren Sammlerleben ausgesuchten Arbeiten der wesentlichen Künstler/innen der letzten zweihundert Jahre sollen das Besondere des österreichischen Kunstschaffens aufzeigen. Ob Ferdinand Georg Waldmüller oder Arnulf Rainer, ob Rudolf von Alt oder Maria Lassnig, ob Anton Romako oder Hans Makart, Egon Schiele oder Oskar Kokoschka, Alfred Kubin oder Franz Sedlacek, ob Markus Prachensky, Josef Mikl, Wolfgang Hollegha, ob Emil Jakob Schindler, Carl Moll oder Tina Blau, ob Adolf Frohner oder die Gruppe Gelitin – sie alle (und noch viele andere mehr) sind hier mit typischen und meist bis dato unbekannten Arbeiten zu sehen, angetreten, das Schatzhaus Österreich und seine Vielfalt schaufreudig zu präsentieren.

In der „ORF-Lange Nacht der Museen“ wird es die seltene Möglichkeit geben, das Museum Ortner zu besuchen. Zwei Führungen durch die Sammlung begleiten den Abend.

Führungen durch die Sammlung Ortner (um 20.00 Uhr und um 22.00 Uhr)