Schreibmaschinenmuseum der Marktgemeinde Wattens
Im Jahr 1825 erfand Louis Braille eine neue Blindenschrift. Aber erst auf einem internationalen Kongress 1878 fand sie die Anerkennung als Braille-Blindenschrift. Es waren viele Anpassungen an die verschiedenen Sprachen und Schriftsysteme notwendig. So gibt es spezielle Zeichen für Musiknoten, chemische Formeln, Mathematik, Schachspiel, Stenografie und Strickmuster.
Mit der zunehmenden Verbreitung der Schreibmaschine kamen Konstrukteure auf die Idee, eine normale Schreibmaschine für Blinde zu adaptieren. Dabei wurden einfach auf den Tasten die entsprechenden sechs Punkte gut fühlbar angebracht. So konnten Blinde normale Texte zwar schreiben, aber selber nicht lesen. Dieser Mangel konnte erst durch die Konstruktion von speziellen Braille-Maschinen behoben werden. Die Tastatur wurde auf sechs Punkttasten plus die Leertaste reduziert. Beim Schreiben müssen nun die Punkttasten gleichzeitig fest gedrückt werden, um die Prägung im Papier zu erzeugen.
Die diversen Hilfseinrichtungen wie Randsteller, Rücktaste und Papierführung mussten blindengerecht gestaltet werden. Inzwischen gibt es die Braillezeile für Blindenschrift auch am Computer.
LERNEN SIE BRAILLE-SCHREIBMASCHINEN KENNEN
In der „Langen Nacht“ können Interessierte im Schreibmaschinenmuseum in Wattens verschiedene Braille-Modelle besichtigen und selbst ausprobieren.