WIENER AKTIONISMUS MUSEUM
Das Wiener Aktionismus Museum widmet sich einem herausfordernden Projekt: einer Ausstellung des künstlerischen Schaffens von Otto Muehl. Über 150 seiner Gemälde, Objekte, Filme und Druckgrafiken werden präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Sechs Kapitel zeichnen Muehls künstlerische Entwicklung von den frühen 1960er-Jahren bis zu seiner Verurteilung im Jahr 1990 nach. Beginnend mit der aktionistischen Malerei und der Destruktion des Tafelbildes über Aktionen aus der Zeit des Wiener Aktionismus bis zur Serie der Politikerporträts, bilden Muehls Schaffensjahre vor der Kommune den ersten Teil der Ausstellung.
Ein Kapitel widmet sich der Gründung der Kommune, ihrer Entwicklung am Friedrichshof, ihren gesellschaftlichen und sozialtheoretischen Hintergründen sowie ihrem Scheitern nach der Verurteilung von Otto Muehl wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.
Der zweite Teil der Schau widmet sich zwei Zyklen aus den Jahren der Kommune: Muehls Auseinandersetzung mit dem Neoexpressionismus der Neuen Wilden sowie zwei Serien, in denen formal die lineare Zeichnung dominiert. Inhaltlich steht in diesen beiden Zyklen die Ruhe und Schönheit der Parndorfer Heide der aus den Fugen geratenen Welt gegenüber: Ausdruck des Verlustes der trügerischen Stabilität, biografisch wie gesellschaftlich.